Aktuell

neue SIGAB Richtlinien 2018

Personenschutz Schutz vor Verletzungen bei Glasbruch:

Gemäss SIA 331 muss überall dort, wo eine Verletzungsgefahr besteht, das Risiko Verletzungen zu erleiden,z.B. durch Hineinlaufen, Hineinfallen oder Hineinfahren, durch die Wahl einer geeigneten Ver-glasung, wie z.B. ESG (Einscheibensicherheitsglas), oder durch andere Massnahmen vermieden werden.


Bei zusätzlicher Anforderung an Absturzsicherheit ist ein Verbundsicherheitsglas (VSG) erforderlich. Die ab 1.1.2018 gültige SIGAB-Richtlinie 002 „Sicherheit mit Glas - Anforderungen an Glasbauteile“ enthält hierzu konkrete Ausführungsangaben. Diese stellen die  allgemein einzuhaltenden „anerkannten Regeln der Baukunde“ dar. Im Sinne des Personenschutzes und der nachhaltigen Werterhaltung des Gebäudes wird der Bauherrschaft das Einhalten dieser Richtlinie empfohlen. Durch den Vorspannprozess weisen thermisch vorgespannte Gläser (z.B. ESG,ESG-H) nicht dieselbe Planität (Geradheit) auf wie nicht vorgespannte Gläser. 


Die  zulässigen Toleranzen sind in den jeweiligen Produktnormen geregelt (SN EN 12150 (ESG), 14179 ESG-H) und 1863 (TVG). Ausserdem rufen die Spannungsfelder im  Glas, die durch das Vorspannen entstehen, eine Doppelbrechung des Lichts im Glas  hervor (Anisotropie bzw. Irisation), die in polarisiertem Licht sichtbar ist und sich bei streifendem Blickwinkel sowie durch polarisierte Brillen stärker bemerkbar macht. Polarisiertes Licht ist ein Bestandteil des normalen Tageslichts und abhängig von  Wetter und Sonnenstand. Anisotropie ist kein Fehler (kein Reklamationsgrund), sondern ein sichtbarer Effekt des Vorspannprozesses.


Thermisch vorgespannte Gläser müssen gemäss den oben genannten  Produktnormen vom Hersteller gekennzeichnet werden, z.B. in Form eines Stempels, der üblicherweise in den Glasecken positioniert wird. Lage und Form sowie unterschiedliche Positionierungen innerhalb einer Isolierglaseinheit (wenn mehrere Einzelscheiben thermisch vorgespannt sind) stellen keinen Reklamationsgrund dar.